Vizetitel

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Der Fußballverein Bayer 04 Leverkusen ist weltbekannt dafür oftmals vom großen Pech verfolgt nur den Vizetitel zu holen. Im deutschsprachigen Raum wird in diesem Zusammenhang oftmals von Vizekusen gesprochen, international Neverkusen. Der Begriff Vizekusen wurde im Duden eingetragen und von Bayer 04 im Jahren 2010 zum Misbrauchsschutz patentiert. Bayer 04 gewann bisher in jedem möglichen Wettbewerb, außer im Messestadtpokal, im Europapokal der Pokalsieger, dem UEFA Supercup, dem Weltpokal, der FIFA-Klubweltmeisterschaft und den UEFA-Cup, einen Vizetitel.


Deutsche Vizemeisterschaften[Bearbeiten]

Vizemeisterschaft 1997[Bearbeiten]

Die Saison nach der erfolgreichen Europameisterschaft in England begann mit neuen Trainergesichtern. Den FC Bayern München trainierte wieder Giovanni Trapattoni, Bayer 04 Leverkusen präsentierte mit Christoph Daum einen Rückkehrer aus der Türkei und beim VfB Stuttgart feierte der heutige Bundestrainer Joachim Löw seinen ersten Titel in seiner Trainerlaufbahn. Leverkusen war auch die Überraschung der Saison. Konnte man 1995/96 mit Mühe die Klasse halten, spielte man nun um die Meisterschaft mit. Großen Anteil an dem Erfolg der Leverkusener hatte Ulf Kirsten, der auch Torschützenkönig wurde. Meister wurde Bayern am 33. Spieltag mit einem 4:2-Sieg über den VfB Stuttgart, während Leverkusen zeitgleich 0:4 in Köln verlor.

Vizemeisterschaft 1999[Bearbeiten]

Die zweite Vizemeisterschaft.

Vizemeisterschaft 2000[Bearbeiten]

Im Mittelpunkt der Saison stand der Zweikampf um den Meistertitel zwischen Bayern München und Bayer 04 Leverkusen. Anders als in der Vorsaison blieb die Meisterfrage bis zum Saisonende spannend und gipfelte in einem Fernduell am letzten Spieltag. Bayer Leverkusen übernahm am 30. Spieltag durch ein 4:1 gegen Arminia Bielefeld die Tabellenführung, nachdem sich der FC Bayern eine überraschende 1:2-Niederlage im Derby gegen den 1860 München erlaubt hatte. Beide Meisterschaftsaspiranten gewannen ihre folgenden Spiele (Leverkusen 3:1 in Bremen, 2:0 beim HSV und 4:1 gegen Frankfurt, Bayern 1:0 in Dortmund, 4:1 gegen Rostock und 3:0 in Bielefeld), sodass die Entscheidung am letzten Spieltag fiel. Leverkusen ging mit 73 Punkten und einer Tordifferenz von + 40 in das Auswärtsspiel bei der SpVgg Unterhaching, Bayern hatte vor dem Finale gegen Werder 70 Punkte und eine Differenz von + 43, also drei Punkte weniger, jedoch eine bessere Torbilanz. Zum Meistertitel reichte Leverkusen ein Unentschieden. Leverkusen geriet durch ein Eigentor von Michael Ballack nach 20 Minuten auf die Verliererstraße, während München eine 3:1-Halbzeitführung herausspielte. Nach 72 Minuten versetzte der Hachinger Markus Oberleitner mit dem 2:0 Bayer 04 den letzten Stoß, während in München keine weiteren Tore fielen. Bayern München war somit am Saisonende punktgleich mit Leverkusen (73 Punkte), hatte aber eine um sieben Treffer bessere Tordifferenz und gewann seine 16. Meisterschaft. Bayer Leverkusen wurde wie im Vorjahr Zweiter und wurde fortan auch als Vizekusen bezeichnet.[1] Schon in der Saison 1996/97 war Bayer Zweiter geworden, schon damals hinter dem FC Bayern München. Mit 73 Punkten war Bayer Leverkusen der stärkste Tabellenzweite seit Einführung der Drei-Punkte-Regel.

Vizemeisterschaft 2002[Bearbeiten]

Die Bundesliga-Saison 2001/02 prägte wie keine andere das Bild des ewigen Zweiten Bayer 04 Leverkusen. Nach dem 31. Spieltag hatten die Leverkusener als Tabellenführer fünf Punkte Vorsprung in der Tabelle. Sie waren ebenso ins Finale des DFB-Pokals und der Champions League eingezogen und standen vor einem möglichen dreifachen Triumph. In der Bundesliga verlor Leverkusen am 32. Spieltag sein Heimspiel gegen Werder Bremen mit 1:2, am 33. Spieltag ging die Partie beim abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg ebenfalls verloren, diesmal mit 0:1. Damit verlor Leverkusen auch die Tabellenführung an Borussia Dortmund, das ein hoch dramatisches Spiel beim HSV mit 4:3 gewann. Die Dortmunder verteidigten mit Trainer Matthias Sammer den Spitzenplatz am letzten Spieltag und gewannen gegen Bremen mit 2:1. Der 2:1-Sieg der Leverkusener gegen Hertha BSC reichte nicht mehr für den Titel. Anschließend verlor Leverkusen auch die beiden Endspiele in den Pokalwettbewerben, das DFB-Pokalendspiel mit 2:4 gegen FC Schalke 04, das Finale der Champions League mit 1:2 gegen Real Madrid.

Vizemeisterschaft 2011[Bearbeiten]

Bayer Leverkusen schaffte es in der Saison 2010/11 einmal mehr, sich am Meisterschaftskampf zu beteiligen und errang schließlich die fünfte Vizemeisterschaft der Vereinsgeschichte, wobei der zweite Platz ab dem 19. Spieltag ununterbrochen gehalten worden war. Trainer Jupp Heynckes wurde noch während der laufenden Saison als Bayerntrainer für die folgende Saison abgeworben. Der FC Bayern München ging nach dem Saisonabschluss 2009/10 als haushoher Favorit in die Spielzeit, erwischte dann aber einen der schlechtesten Saisonstarts und kam über den dritten Platz nie hinaus.


Vizepokale[Bearbeiten]

UEFA-Champions League Vizepokalsieger 2002[Bearbeiten]

Das Finale fand am 15. Mai 2002 im Hampden Park in Glasgow statt und wurde von Real Madrid mit 2:1 gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen. Es war bereits der neunte Titel für die „Königlichen“ die in diesem Wettbewerb bis heute Rekordsieger sind. Finalist Bayer Leverkusen war bereits kurz vorher Zweiter in der Bundesliga hinter Borussia Dortmund geworden und auch im Finale um den DFB-Pokal an Schalke 04 gescheitert, das abermalige Scheitern in einem Finale gilt als Geburtsstunde des Begriffs „Vizekusen“ für die Werkself.[1] Dennoch ging Bayer als erster Finalist der Champions League, der sich nicht als Landesmeister qualifiziert hatte, in die Geschichte ein.

DFB-Vizepokalsieger 2002[Bearbeiten]

DFB-Pokalsieger 2002 war der FC Schalke 04. Im Endspiel im Olympiastadion Berlin konnte Schalke am 11. Mai 2002 durch ein 4:2 gegen Bayer 04 Leverkusen den Titel verteidigen. Bayer Leverkusen verpasste in dieser Saison innerhalb weniger Wochen die Deutsche Meisterschaft sowie die möglichen Siege im DFB-Pokal-Finale und dem UEFA Champions League-Finale gegen Real Madrid mit 1:2 in Glasgow. Die Leverkusener Nationalspieler Ballack, Butt, Ramelow, Schneider und Neuville zudem den Sieg im WM-Endspiel.

DFB-Vizepokalsieger 2009[Bearbeiten]

Der DFB-Pokal 2008/09 begann am 7. August 2008 und endete mit dem Finale im Berliner Olympiastadion am 30. Mai 2009. Sieger der 66. Auflage des Wettbewerbs wurde Werder Bremen durch ein 1:0 im Endspiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Leverkusen hatte im Viertelfinale Titelverteidiger FC Bayern München ausgeschaltet. Bremen konnte sich durch den Pokalsieg für die Play-Off-Runde zur UEFA Europa League 2009/10 qualifizieren, die sie als Zehnter der Bundesliga nicht erreicht hätten und schied später im Achtelfinale gegen den FC Valencia aufgrunde der Auswärtstorregel aus. Leverkusen nahm als Neunter der Bundesliga in der Saison 2009/10 an keinem europäischen Wettbewerb teil.


Vizerekorde[Bearbeiten]

67-facher Vizesieger der Werksmeisterschaft.

Simon Rolfes kassierte 2012 den zweitschnellsten Platzverweis nach einer Einwechslung in der Bundesligageschichte.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Die relativ wenigen Titel des Fußballvereins stehen im krassen Kontrast zur Schwester TSV Bayer 04 Leverkusen. Der Sportverein ist einer der erfolgreichsten der Welt mit tausenden Siegesmedaillen und Pokalen national, International und bei den Olympischen Spielen. Er ist der in der Breite erfolgreichste Verein Deutschlands und mit weitem Abstand auch Rekordmeister im Deutschen Basketball.

Beide Titel, der UEFA-Cup und der DFB-Pokal, wurden geholt als der Fußballverein mit dem TSV fusioniert war.